EO für Eltern mit Kinder unter 12 Jahren

Anspruch auf Corona Erwerbsausfall-Entschädigung haben Eltern, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund des Ausfalls der Fremdbetreuung unterbrechen müssen. Als mögliche Fremdbetreuung gelten Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen oder von der Pandemie besonders gefährdete Einzelpersonen. Mit dieser letzten Kategorie sind beispielsweise Grosseltern gemeint, die das Kind betreuen und aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe die Betreuung nicht länger wahrnehmen können.

Den Anspruch kann pro Arbeitstag nur ein Elternteil geltend machen, da die Kinderbetreuung von einem Elternteil allein bewältigt werden kann. Voraussetzung ist, dass die zu betreuenden Kinder das 12. Altersjahr noch nicht erreicht haben. Falls ein Elternteil nicht erwerbstätig ist oder der Erwerbstätigkeit zu Hause (Homeoffice) nachgehen kann, besteht kein Anspruch. Kann aufgrund der Kinderbetreuung im Home-Office nicht mehr das ganze Arbeitspensum geleistet werden und kommt es dadurch zu einem Erwerbsausfall, so kann Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz entstehen. Der Erwerbsausfall muss jedoch belegt werden. Dieser Nachweis muss beispielsweise anhand einer Bestätigung des Arbeitgebers (z.B. Pensumsreduktion) erfolgen.

Der Anspruch beginnt ab dem vierten Tag, nachdem die Erwerbstätigkeit unterbrochen werden musste und besteht solange, wie die Betreuung infolge der behördlichen Massnahmen durch einen Elternteil wahrgenommen werden muss. Für Selbständigerwerbende ist der Anspruch auf 30 Tage begrenzt. Bei Lohnfortzahlung geht der Anspruch auf den Arbeitgeber über.

Die Personen mit Wohnsitz im Ausland, die aber in der Schweiz erwerbstätig sind (Grenzgänger*innen), können einen Anspruch auf die Entschädigung haben. Allerdings muss der Erwerbsunterbruch aufgrund der Betreuungssituation oder der Quarantäne erfolgen und nicht aus andern Gründen bspw. der Schliessung der Grenzen.

Durch die Schulöffnungen am 11. Mai 2020 und den Wegfall der Empfehlungen für die Risikogruppe (Kinderbetreuung) ist der Anspruch infolge Ausfall der Fremdbetreuung längstens bis 5. Juni 2020 gegeben. Eltern, die weiterhin davon betroffen sind, weil beispielsweise der Schulbetrieb nach wie vor eingeschränkt ist oder die Betreuungsstätte noch nicht geöffnet hat, können den Anspruch unter Vorlage eines entsprechenden Nachweises geltend machen.

Anmeldeformular für Arbeitgeber

Anmeldeformular für Arbeitnehmer

Anmeldeformular für Selbständigerwerbende

 

Allgemein gilt

  • Für die Ausrichtung der Entschädigung zuständig ist die AHV-Ausgleichskasse, über die Sie oder ihr Arbeitgeber die AHV-Beiträge abrechnet.
  • Er beginnt am 4. Tag, an dem alle Voraussetzungen erfüllt sind, also frühestens am 19. März 2020, da die Schulen in der Schweiz offiziell seit dem 16. März 2020 geschlossen sind.
  • Für Selbständigerwerbende ist der Anspruch auf 30 Tage begrenzt.
  • Für Arbeitnehmende endet der Anspruch, wenn eine Betreuungslösung gefunden wird oder wenn die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus aufgehoben werden.
  • Gemäss Sitzung des Bundesrats vom 19.06.2020 muss ein Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz bis spätestens 16. September 2020 geltend gemacht werden. Ab diesem Datum können auch keine rückwirkenden Neuberechnungen mehr verlangt werden.

 

Weitere Informationen

Merkblatt 2.13: Informationen für Arbeitgebende und Selbständigerwerbende im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Merkblatt 6.03: Corona Erwerbsersatzentschädigung